Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes Rügen-Bockregion e.V.

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Kranich - Utkiek

Allgemeines und Aktuelles

   

Nachrichten:

29.10.2009
Wir haben den Kranich-Utkiek geschlossen. In Günz wurde erst heute (!) der Mais geerntet.
Wir bedanken uns bei den Besuchern, den Anwohnern Hohendorfs und vor allem bei den Landwirten Kopmann und Fleßner für eine sehr schöne Saison, die auch vielen Besuchern gut in Erinnerung bleiben wird.

04.10.2009

Die Maisernte beginnt. Ab dem 05.10.09 können wir täglich ab 10.00 Uhr öffnen!
Unterstützen Sie unsere Arbeit für den Vogelrastplatz im Bereich der Werderinseln - für die Beweidung der Inseln für den Rastplatzschutz!

Am 10.10.09 um 10.00 Uhr werden wir in Klausdorf im Inspektorengang wieder den Treffpunkt der Freunde des Grauen Kranichs öffnen. Diesmal mit einer Galerie und Bildern von Carsten Linde:

19.09.2009

Die Herbstrast ist in vollem Gange. Über 10.000 Kraniche sind bereits in der Region. Der Mais ist reif, aber leider bei uns noch nicht geerntet. Heute Abend gab es einen grandiosen Abendeinflug über Klausdorf. Den Kranich-Utkiek haben wir täglich ab 16.00 Uhr geöffnet.

 
Verein - Gründung am 24.09. 1995
 

Sperrgebiete und Naturschutz

Vor 1990 gab es in dem Gebiet zwischen dem Fischland Darss-Zingst und Westrügen vor allem Gänse am WerderSperrgebiete. Mal für die Nationale Volksarmee, mal für die Staatssicherheit oder zur Sicherung der Staatsgrenze vor illegalen Ein- (?) und vor allem Auswanderern oder für bzw. gegen wen und warum auch immer. Es entwickelten sich so die letzten Refugien der Natur im Zentrum Europas. Seltene Pflanzen und Tiere gediehen prächtig. Ohne Rücksicht auf staatliche Grenzen fand der grenzüberschreitende europäische Vogelzug einen Rastplatz inmitten der gesperrten Areale. Dieser Bedeutung Rechnung tragend, stellte die letzte Regierung der DDR am 12.09.1990 ca. 80.500 ha dieses sensiblen Ökosystems als Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft unter Schutz.

Mecklenburg-Vorpommern und sein Tourismus

Zu gleicher Zeit begann eine andere Entwicklung. Nach der geschützten und in weiten Teilen unversehrten Natur sehnten sich Menschen aus ganz Europa. Das statistische Landesamt Mecklenburg-Vorpommerns zählte 1992 im gesamten Bundesland ca. 9,4 Mio. Übernachtungen. Im Jahre 2003 schliefen 25,9 Mio. Besucher in den Betten mehr oder weniger nahe der Ostsee. Die Abenteurer kamen per Auto, Wohnmobil oder Schiff, um die einmalige Situation unmittelbar nach dem Fall der unsichtbaren doch stets präsenten Mauer zu erleben. Der Tourismus entwickelte sich zum neuen Stern am Wirtschaftshimmel Mecklenburg-Vorpommerns.

Sensationen, Sensationen, Sensationen

Die kostenintensiven Investitionen in diesem Wirtschaftsbereich verlangten stetig wachsende Besucherzahlen. Attraktionen mussten geschaffen werden. Wo eben noch ein Schmetterling über eine verträumte Wiese taumelte, erfreute man sich nun an den Segnungen der neuen Spaßbäder, Baumärkte und Einkaufszentren. Die Suche nach superlativen Urlaubsformen kannte keine Gnade. In der Presse und im Rahmen strategischer Werbekampagnen wurden die Bilder einer intakten Natur propagiert. Voran oft das beeindruckendste der Naturschauspiele in dieser Region, der abendliche Einflug der Kraniche auf ihre Schlafplätze.

Und deshalb wurde unser Verein gegründet!

Entweder glaubten die Verwaltungen und Verbände anfangs nicht an den Erfolg der Tourismusindustrie oder man war derart begeistert, dass man vergaß eine natur-und einwohnerverträgliche Touristenlenkung mit dazugehörigen Parkplätzen für Autos und Busse einzurichten. Auch fehlten Möglichkeiten Fotografen und Filmern die Kraniche am Tag bei der Nahrungsaufnahme zu präsentieren.

Am 24.09.1995 entschlossen sich 12 Vorpommern den Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes Rügen-Bockregion e.V. zu gründen. Alle verzweifelten Journalisten, die versuchten unseren Vereinsnamen in ihren Artikeln neben weiteren Informationen unterzubringen seien an dieser Stelle um Verzeihung gebeten. Doch soll der Name ausdrücken, dass nicht nur der Kranich im Blickpunkt der Vereinstätigkeit steht, sondern in erster Linie der Schutz eines der bedeutendsten Vogelzugrastgebiete Europas.

Bei unserer Arbeit unterstützen uns heute 180 Mitglieder (Stand: Januar 2007) aus Österreich, den Niederlanden und dem gesamten Bundesgebiet. Treffpunkt der Freunde des Grauen KranichsDie Koordination der häufig gegenläufigen Interessen zwischen Jägern und Kranichfreunden, Landwirten und Nahrung suchenden Kranichen und vor allem der Schutz der Schlafplätze stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Um alle diese Ziele zu erreichen, setzten wir von Anfang an auf Kommunikation und Information. Wir richteten unmittelbar nach der Vereinsgründung den "Treffpunkt der Freunde des grauen Kranichs" ein. Im Herbst 1995 kehrten ca. 2000 Besucher auf eine heiße Tasse Tee, Kranichvideos und viele interessante Gespräche in die kleine Ausstellung ein. Doch auch der Unmut wuchs: „Wo kann ich denn nun Kraniche beobachten?“ Die Antwort konnten wir am 04. Oktober 1997 geben: im „Kranich-Utkiek“ in Hohendorf.

Unsere Mitglieder treffen sich einmal im Jahr zur Herbstrast der Kraniche zu unserer Mitgliederversammlung. Das Programm der jährlichen Versammlung ist jedes Jahr ähnlich. Am Freitag Abend reisen alle an und Legendäre Dampferfahrtwir treffen uns zu einem ersten kleinen Gedankenaustausch. Am folgenden Samstag steht dann eine kleine Fahrt auf dem Plan. Das Foto entstand auf unserer legendären Dampferfahrt mit der "MS Breege" - ein Ausflug in den "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft" bei Sturm und mit Grundberührung. Das Nationalparkzentrum Jasmund war ebenso Ziel wie das Pilzmuseum, die Insel Koos sowie die Insel Vilm. Viele schöne Erinnerungen verbinden sich mit diesen Ausflügen. Am Sonntag steht dann nur noch ein kleiner Punkt auf dem Programm. Ein Stadtrundgang in Stralsund, ein Museeumsbesuch oder die Wanderung am Kliff von Barhöft bzw. um den Prohner See. In diesem Jahr werden wir uns ein Frühstück mit den Kranichen gönnen.

 
 
Rügen- Bockregion
 
 

Einige Segler werden die Rügen-Bockregion kennen, da der kleine Sportboothafen Barhöft im Zentrum dieser Region liegt. Er ist der erste Hafen auf dem langen Weg von Rostock bzw. Warnemünde in die vorpommerschen Boddenketten.

Eines der größten Zugvogelrastgebiete Europas befindet sich nördlich des Festlandes. Die Werderinseln und die künstlich aufgespülte Insel Bock bilden mit der Südspitze Hiddensees das Herz dieses Gebietes und sind als Kernzone I des Nationalparkes Vorpommersche Boddenlandschaft ausgewiesen. Einmalig ist das Windwatt, dass bei einem Überflug die Sinne zu täuschen versucht - Karibik oder Vorpommern?

Das wirtschaftliche, kulutrelle und administrative Zentrum der Region ist die 1234 gegründete und als Weltkulturerbe anerkannte Hansestadt Stralsund. Das Deutsche Meeresmuseeum in Stralsund zählt zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Der Status soll ausgebaut werden. Der Grundstein für eine europaweit einmaliges Ozeaneum ist gelegt. Die Eröffnung soll 2008 erfolgen. Zuletzt machte Stralsund weltweit durch den Besuch des amerikanischen Präsident George W. Bush Schlagzeilen. Doch das ist eine andere Geschichte...

 
Impressum e-mail: post@kranichschutzverein.de